Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Landesverband Baden-Württemberg

16.02.2026

AbL Baden-Württemberg fordert eine Landespolitik, die bäuerliche Landwirtschaft in Baden-Württemberg erhält und stärkt

Kurzfassung

Langfassung

Auf europäischer und Bundesebene erleben wir derzeit massive Rückschritte: Förderungen für verbesserte Tierhaltung werden gestrichen, Gentechnik- und Pestizideinsatz weitgehend dereguliert, Freihandelsabkommen zu Lasten von Umwelt, Klima, Landwirtschaft u.a. vorangetrieben und Gemeinwohlleistungen gekürzt. Begründet wird dies mit „Bürokratieabbau“ oder Wirtschaftsförderung. Profiteure sind vor allem Agrochemiekonzerne sowie die exportorientierte Fleisch- und Milchindustrie – während die Interessen von Verbraucher*innen und Bäuer*innen kein Gehör finden.

Baden-Württemberg zeichnet sich im Ländervergleich noch immer durch eine vielfältige, kleinteilige Agrarstruktur aus: Streuobstbetriebe, extensive Rinderhaltung, ein hoher Bio-Anteil sowie zahlreiche Neben­erwerbsbetriebe prägen das Land. Damit diese Vielfalt erhalten bleibt, muss die künftige Landesregierung klare agrarpolitische Weichen stellen und sich dem aktuellen Kurs entschieden entgegenstellen.

Die AbL Baden-Württemberg zeigt in sechs Themenblöcken auf, welche zentralen Stellschrauben eine zukünftige Landesregierung bewegen muss, um auch langfristig eine vielfältige, resiliente Landwirtschaft im Land zu sichern.

Dazu gehört ein wirksames Agrarstrukturgesetz auf Landesebene, das weiterer Flächenversiegelung und steigenden Boden- und Pachtpreisen entgegenwirkt. Ebenso notwendig ist eine gezielte Existenzgründungsförderung, die jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft ermöglicht und Betriebe erhält. Für eine starke regionale Wertschöpfung braucht es Unterstützung beim Aufbau und Erhalt regionaler Verarbeitungsstrukturen sowie vielfältiger Vermarktungswege.

Zugleich muss sich Baden-Württemberg auf Bundes- und EU-Ebene dafür einsetzen, dass öffentliche Gelder konsequent an öffentliche Leistungen geknüpft werden und Umwelt-, Klima- und Ökoleistungen der Landwirtschaft fair honoriert sind. Faire Marktregeln sind unerlässlich, damit die Wertschöpfung auf den Höfen ankommt und nicht bei wenigen großen Lebensmittelkonzernen verbleibt. Nicht zuletzt muss sich eine zukünftige Landesregierung klar dafür einsetzen, dass gentechnikfreie Lebensmittel auch weiterhin möglich bleiben – mit strengen Risikoprüfungen und verbindlicher Kennzeichnung aller gentechnisch veränderten Pflanzen.

Eine Landwirtschaft, die Betrieben, Menschen, Tieren und Natur gerecht wird, ist möglich. Die nächste Landesregierung ist gefordert, diese Möglichkeiten entschlossen zu nutzen.

Für eine Landwirtschaftspolitik für die jeder Hof zählt.