Mitgliederversammlung 2018

 

„Vielfältige und bäuerliche Landwirtschaft" war das Motto bei der Frühjahrstagung der AbL in Baden-Württemberg am 11. März in Herrenberg-Gültstein. Der Bogen war weit gespannt, denn Schutz und Förderung kleinbäuerliche Strukturen sind lokal, regional, aber auch weltweit nötig.

Martina Braun, Biobäuerin aus dem Schwarzwald Landtagsabgeordnete der Grünen berichtete von ihren Aktivitäten auf Landesebene. Die Grünen stellen in Baden-Württemberg zwar den Ministerpräsidenten, das Landwirtschaftsministerium wird jedoch von CDU-Minister Hauk geleitet. Das Verhältnis zum Minister sei „gut“. Aber man konnte bei Brauns Vortrag unschwer heraushören, dass die Grünen in vielfältiger Weise außerhalb des eigentlichen Regierens aktiv sind, weil vieles eben nicht mehr über eigenes Regierungshandeln möglich ist. Martina Braun erzählt von ihrer Vernetzungsarbeit im ländlichen Raum, von vielen Gesprächen und den Ansätzen im Kleinen vor Ort. Sie berichtet von ihren Bemühungen um eine bessere landwirtschaftliche Ausbildung oder vom Großküchen-Projekt „Große Küche - Gutes Essen“. In ausgewählten Pilotbetrieben wird versucht, eine ausgewogene und in allen Belangen nachhaltigere Verpflegung der Essensgäste umzusetzen. Die anschließende Diskussion zeigte jedoch: Die meisten Bäuerinnen und Bauern im Saal suchen den konkreten Draht zur Politik. So gaben sie Martina Braun eine ganze Reihe von Ideen mit auf den Weg, von der Bodenpolitik bis zur Förderung von Existenzgründern, von der Herausnahme der Biobauern aus der Düngeverordnung bis zur Neugestaltung der europäischen Agrarpolitik.

Über die nationale Ebene referierte der aus dem hohen Norden angereiste AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen. Janßen, der globale Denker, begann mit grundsätzlichen Überlegungen zur Auseinandersetzung mit den erstarkenden Rechtspopulisten, auch in der Bewegung für eine bäuerliche Landwirtschaft. Da sei es notwendig, klar Position zu beziehen und beispielsweise deutlich zu machen, dass es nicht um Ausgrenzung sondern um Solidarität aller Bäuerinnen und Bauern weltweit gehe. Wachsamkeit sei notwendig, die AFP sei als „Bauernfänger“ unterwegs. Den mittlerweile ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt bezeichnete Janßen als „den leidenschaftslosesten Landwirtschaftsminister“ den es je gab. Möglich, dass sich mit der neuen Bundesregierung etwas ändert; sie stellt bis 2021 1,5 Mrd. Euro an zusätzlichen Mitteln für den notwendigen Umbau der Landwirtschaft bereit. Aber noch sei unklar, wofür die Mittel eingesetzt werden. Die AbL müsse klare Konzepte für Tierhaltung und Ackerbau entwickeln. Dabei dürften die Bauern nicht auf den Kosten des Umbaus sitzen bleiben und der Staat müsse auch seiner Schutzfunktion für die Marktbeteiligten wieder nachkommen. Als Beispiele nannte er ein bonus-malus-System für den Milchmarkt, Regulierungen im Bereich der Bodenpolitik oder ein klares Verbot der Gentechnik sowie keine Patente auf Pflanzen und Tiere.

Wolfgang Hees nahm die globalen Zusammenhänge in den Fokus. Der Biobauer aus den Reihen der AbL macht sich seit langem bei Via Campesina für die Rechte von Bäuerinnen und Bauern stark. Die Herausforderungen sind groß: 70 % der Hungernden weltweit leben auf dem Land und oft sind es Bäuerinnen und Bauern. Die Mehrzahl der Hungernden ist weiblich. Wolfgang Hees nimmt an den Verhandlungen zu einer „UN-Deklaration für die Rechte der Bauern“ teil. Eine solche Deklaration sei wichtig, damit sich Bäuerinnen und Bauern weltweit auf die darin formulierten Rechte berufen könnten. Dass es dabei nicht nur um Probleme der sogenannten Entwicklungsländer gehe, zeigte Wolfgang Hess am Beispiel von Nyeleni, der Bewegung für Ernährungssouveränität. Es gehe darum, Bäuerinnen und Bauern aber auch Bürger und Verbraucher unabhängiger zu machen vom Einfluss weltweit agierende Konzerne und ihnen vielfältigere und freie Entscheidungsmöglichkeiten zu ermöglichen.  Ein großer Kongress, in dem die Nyeleni -Bewegung ihre Ziele und Aktivitäten diskutieren wird, wird im November 2018 in Freiburg stattfinden. Es werden Teilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum – Deutschland, Österreich, Schweiz, Elsass – erwartet.

Fazit der Veranstaltung: Es ist bedenklich und traurig, dass seit 2005 in Deutschland 120.000 Betriebe verloren gegangen sind. Aber die Bewegung, die an Alternativen bastelt, ist lebendiger denn je.

Mitgliederversammlung 2017

Mitgliederversammlung 2015 in Hohebuch

Wir waren in gutem Austausch miteinander! Die Idee der Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen kam gut an. 

AbL-Ehrenvorsitzende Anneliese Schmeh ehrhält Bundesverdienstkreuz

Natürlich waren wir schneller: Bereits im März 2014 haben wir Anneliese zu unserer Ehrenvorsitzenden gemacht. Nun hat auch die Landesregierung nachgezogen und Ministerpräsident Wilfried Kretschmann hat ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen!

Anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamts hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann 22 Bürgerinnen und Bürger für besonderes ehrenamtliches Engagement geehrt. Bei einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart überreichte er ihnen das Bundesverdienstkreuz.

Aus der Laudatio:

Anneliese Schmeh vom Hagenweilerhof engagiert sich vorbildlich, wenn es um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft geht. Bereits 1986 stellte sie ihren Hof auf ökologischen Landbau um. Zwei Jahre später gründete sie mit Gleichgesinnten den Landesverband Baden-Württemberg der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Seitdem verfolgt Schmeh überzeugend, couragiert und mit vielen Verbündeten ihre Ziele. Ihr 25-jähriges Amt als Vorsitzende hat sie inzwischen abgegeben, ihre Stimme ist jedoch weiterhin präsent. Mit ihrem Zutun wurde 1988 der Neuland-Bundesverband ins Leben gerufen, der Fleisch aus artgerechter Tierhaltung vertreibt. Dank ihrer Initiative zur Weiterführung des regionalen Schlachthofs in Überlingen – ein bundesweit einzigartiges und seit acht Jahren höchst erfolgreiches Projekt – wurden der Tierschutz und die Direktvermarktung gestärkt. Darüber hinaus gilt Schmehs Herzblut dem Kampf gegen die Gentechnik. Ohne Schmeh hätte es 2004 am Bodensee nicht die erste gentechnikfreie Region im L and gegeben. Ohne sie hätte auch die von ihr mitbegründete „Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren“ nicht die bisherigen Erfolge erzielen können. Neue Ideen hat sie bei Projekten wie dem Apfelzügle und dem Linzgau-Korn wie auch beim Biotopverbund Bodensee eingebracht.

Aktionen 2013 -2014 in Baden-Württemberg

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